
2016 wurde Dominik Sowieja Europameister in seiner Altersklasse bei der Triathlon Mitteldistanz und beim Duathlon. Dabei ließ er auch einige Profiathleten hinter sich. Naheliegend ist damit der nächste Schritt seiner sportlichen Laufbahn: Ab der kommenden Wettkampfsaison startet der Triathlet aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis selbst als Profi. Ich sprach mit dem ehrgeizigen Sportler über seine besondere Leidenschaft für das Radfahren und über seine Ziele.
Dominik, ganz spontan: Welche drei Begriffe fallen dir zum Thema Fahrrad ein?
Speed, Leidenschaft, Fun.
Beim Triathlon wird der Part des Radfahrens vom Schwimmen und Laufen eingerahmt und nimmt die längste Zeit des Wettkampfs in Anspruch. Welchen Stellenwert hat die zweite Disziplin für dich?
Radfahren nimmt gerade auf den längeren Distanzen sehr viel Zeit in Anspruch und ich trainiere auch am liebsten auf dem Rad. Am Radfahren liebe ich besonders die Gruppendynamik und die Geschwindigkeit. Es gibt fast nichts Geileres als harte Teamzeitfahren oder Intervalle in der Gruppe. Was ich am Radfahren auch besonders schätze, ist, dass auch mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau super zusammen trainiert werden kann und dadurch immer wieder spannende Gespräche entstehen.
Du bist ein sehr starker Radfahrer und hast beim Triathlonwettkampf oft die schnellste Radzeit aller Teilnehmer. Hast du dir jemals überlegt, eine Karriere als Radprofi einzuschlagen?
Ganz einfach gesagt: Dafür wäre ich zu langsam und mir würde auch die Vielseitigkeit des Triathlons fehlen. Ich fahre zwar auch gerne Radrennen, gerade wegen der Dynamik und den taktischen Spielchen. Allerdings fühle ich mich in den riesigen Radgruppen, in der man ständig mit dem Lenker aneinander klebt, nicht so wohl wie auf meinem Zeitfahr-Aerolenker. Ich habe einfach schon immer nach einem Sport gesucht, der den ganzen Körper fordert – sei es der Oberkörper als auch die Beine. Beides kombiniert der Triathlonsport einfach am besten.
2017 startest du nach äußerst erfolgreichen Jahren als Altersklassenathlet zum ersten Mal als Profi. Was erhoffst du dir von diesem Schritt?
Nach der sehr erfolgreichen letzten Saison empfand ich diesen Schritt als notwendig. Nachdem ich jedes Mitteldistanzrennen in meiner Altersklasse recht deutlich gewonnen habe, musste wieder eine neue Herausforderung her. Ich habe zwar auch schon früher mit dem Gedanken gespielt, allerdings sah ich meine Leistung damals noch nicht auf dem Niveau, um unter dem Prädikat „Profi“ zu starten. Die EM am Walchsee, bei der ich im Profifeld auf dem 9. Platz gelandet wäre, gab mir dann aber erneut die Bestätigung, es 2017 als Profi zu versuchen. Kurz gesagt: Von dem Schritt erhoffe ich mir, den direkten Vergleich mit den großen Namen des Triathlonsports zu bekommen, wie es als Altersklassenathlet eben nur indirekt möglich ist.
Was sind deine Ziele für 2017?
Das ist momentan etwas schwer einzuordnen, da ich durch die jüngsten, hartnäckigen Verletzungspausen in der Vorbereitung (Achillessehnenentzündung und Schultersprengung (Anm. d. Redaktion)) doch relativ weit zurückliege. Aber ich stecke den Kopf natürlich nicht in den Sand und will auch dieses Jahr Akzente setzen – auch im Profifeld. Als Ziel habe ich mir für dieses Jahr Top-5-Platzierungen bei internationalen Mitteldistanzrennen vorgenommen. Aber auch auf den kurzen Distanzen möchte ich etwas Erfahrung in der 1. Bundesliga sammeln, was aber noch stark davon abhängt, wann ich wieder richtig schwimmen kann.
Was sind deine langfristigen Ziele?
Langfristig gesehen habe ich das Ziel, mich über die Mitteldistanz in der Weltspitze zu etablieren, bevor ich auf die Langdistanz wechseln werde. Hawaii ist definitiv auch ein Ziel, allerdings möchte ich erst noch richtig schnell werden, bevor ich mich an die langen “Kanten” wage.
Welcher ist dein Lieblingswettkampf und warum?
Da gibt es gleich mehrere. Ich liebe es ganz einfach, Wettkämpfe zu bestreiten und mich mit anderen zu messen. Meine Wettkampf-Favoriten sind dabei u.a. der Schluchsee-Triathlon und die Challenge Walchsee. Am Schluchsee startet regelmäßig die Triathlon Landesliga auf der Kurzdistanz und entsprechend geht es hier auch zur Sache. Das Besondere an dem Wettkampf ist zum einen die sehr herausfordernde bergige Radstrecke, bei der dem ein oder anderen schon mal der Gang ausgeht, oder der legendäre Weg nach dem Schwimmen zur Wechselzone, mit den mehr als 20 % Steigung. Kurz gesagt: Ich liebe Triathlons mit sehr anspruchsvollem Radprofil, schnellen Abfahrten und malerischen Seen wie man es am Walchsee in Österreich findet.
Ein Gedankenspiel: Du bist auf einer einsamen Insel und wir gehen mal davon aus, dass es sowohl Trails als auch Straßen gibt. Mountainbike oder Rennrad?
Bike. Da ist der Adrenalinfaktor einfach nochmal höher und Mittel- und Langdistanzrennen wird es da nicht geben (grinst).
