Lauf-Wahnsinn am Widderstein

Ich entschied mich recht spontan dazu, beim WiddersteinTrail im Kleinwalsertal mitzumachen, da ich mich doch eigentlich mitten in der Vorbereitung auf den wenige Wochen später stattfindenden Allgäu Triathlon in Immenstadt befinde. Sollte ich wirklich bei einem knallharten 15 km Lauf mit knapp 1.000 Hm und knackigem, aller Wahrscheinlichkeit nach muskelkaterverursachendem Downhill teilnehmen? Ja doch, es geht nun mal um den 2533 m hohen Widderstein, ein Berggigant in der Allgäuer Alpenlandschaft!

Mein Cousin Patrick hat erneut den Weg vom Schwarzwald in die Allgäuer Alpen gefunden und so stehen wir wieder zusammen am Start eines Traillaufs. Nach dem Startschuss stürmen wir schließlich mit 400 weiteren Läufern zunächst auf einer Straße bergab, und um mich später am Berg nicht zu weit hinten wiederzufinden, überhole ich auf dieser Passage einige Teilnehmer. Rund einen Kilometer später verlassen wir die Straße und kurz darauf führt die Strecke bergauf. Zunächst mit angenehmer Steigung und auf breitem Wege, sodass ich bald meinen Laufrhythmus gefunden habe. Jedoch ist es mit der Beständigkeit bald wieder dahin, da es nach Passieren der Hintergemstelalpe auf einen schmalen Pfad übergeht.

Der Widderstein spielt Verstecken

Der Singletrail führt nun steil bergauf und Abschnitte über kantiges Felsmassiv erschweren das Weiterkommen zusätzlich. An ein Joggen ist nur noch selten zu denken. Aber ich fühle mich gut und kann einige Läufer überholen. So passiere ich die Widdersteinhütte und schaue von dem nun leicht welligen Kurs zum ersten Mal nach rechts. Irgendwo hinter der grauen Suppe muss sich das imposante Widdersteinmassiv befinden. Kurz darauf habe ich den höchsten Punkt auf 2.038 m erreicht und wenig später geht es schließlich bergab.

Downhill-Kamikaze am Werk

Was dann auf den nächsten drei Kilometern folgt, habe ich so bisher noch nie erlebt. In wilden Kurven schlängelt sich der Pfad hinunter, führt über rutschige Felsformationen und über einige Steine auf die andere Seite einzelner Bachläufe. Das steile Gefälle drückt immer stärker auf die Oberschenkel und fordert von meinem schon recht müden Körper bei jedem Schritt volle Konzentration. Es ist ernüchternd aber irgendwie auch beeindruckend, wie einige Läufer kamikazeartig an mir vorbeischießen. Ganz klar, mir fehlt hierbei einfach die Erfahrung und vielleicht schlummert im Hinterkopf auch irgendwo der Gedanke, es vor dem anstehenden Triathlon nicht komplett auszureizen.

Tempoerhöhung zum Schluss

Dann geht es urplötzlich in einen breiteren Weg über. Ich kann das Tempo noch ein wenig erhöhen und erreiche zwei Kilometer später schließlich das Ziel. Kurz darauf folgt Patrick, der eine mega Leistung gezeigt hat. So allmählich mischen die zwei Schwaben die Allgäuer Trailllaufszene auf 😉

Hirngespinste eines Finishers

Er ist ein ganz ganz großer Lauf, dieser WiddersteinTrail! Und so überlege ich zwei Stunden nach meiner Zielankunft doch tatsächlich am WalserTrail über 29 km am Tag darauf teilzunehmen. Jedoch bin ich vernünftig (bin ich wirklich vernünftig???) und entscheide ich mich schließlich dazu, es mal nicht übertreiben zu wollen.

War auch gut so, denn zwei Tage später habe ich auch so etwas Probleme, Treppen hinunter zu gehen.

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  1. Avatar von Elvira Eppinger Elvira Eppinger sagt:

    Hey Dani, bin immer am Grinsen wenn ich Deine Lauferlebnisse lese, freu mich schon auf den Frankfurt-Marathon Liebe Grüße Mum

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