München Marathon

Abseits von Wanderwegen war ich am letzten Sonntag unterwegs. Der Tag stand ganz im Zeichen des München Marathons und dieser war damit mein zweiter Wettkampf auf der Distanz. Mein Cousin Patrick war auch am Start und hatte nach 10 Wochen expliziter Vorbereitung auf diesen Tag das Ziel, ein gutes Ergebnis bei seinem ersten Marathon hinzulegen.

Start war um 10 Uhr. Und wie heißt es so schön: Wenn Engel Marathon laufen, dann lacht der Himmel…Naja, oder so ähnlich 🙂 Auf jeden Fall hatten wir ein Bomben-Marathonwetter bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Nach dem Startschuss wurde uns beiden schnell klar, dass wir uns bisschen zu weit hinten eingereiht hatten. Daher mussten zunächst, im Sinne eines Felix Neureuthers, die ausgefeiltesten Slalomschwünge angewendet werden um sich einen Weg nach vorne zu bahnen. Diese Manöver kosteten schon zu Beginn einiges an Kraft und Zeit. Nach fünf Kilometern jedoch lichtete sich das Feld ein wenig und machte so ein zügiges Laufen möglich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir dann auch, dass ich gut in der Zeit lag (unter drei Stunden war das Ziel). Trotz einer Bergtour drei Tage zuvor, hatte ich richtig gute Beine und fühlte mich fit. Bei Kilometer zehn und den ersten Metern im Englischen Garten zeigte meine Stoppuhr knapp 45 Minuten an und signalisierte mir, dass ich im Plan war.

München Marathon

Besser als beim Allgäu Panorama Marathon ging ich die Verpflegung an und griff bei den Verpflegungsstellen zu, was ich an Wasser, Iso, Bananen und Gels zu mir nehmen konnte. Die Halbmarathonmarke rückte näher und damit leider auch das erste Zimperlein. Unerklärlich da schon häufig ausprobiert, rieb plötzlich meine rechte Laufsocke schmerzhaft an meiner Fußunterseite.

Bei 1:32 h passierte ich die 21,1 km-Marke und war zuversichtlich, denn noch immer lief ich ein Unter-3h-Tempo. Dann jedoch, bei KM 25, ließen sich die ersten Anzeichen schwerer Beine erkennen. Ich drosselte das Tempo ein klein wenig mit der Hoffnung, die Schwäche kompensieren zu können. Aber leider war dem nicht so. Ich hatte ganz klar überzockt und bin den Marathon zu schnell angegangen. Die letzten zehn Kilometer bis ins Ziel waren nicht ganz so hart wie beim Allgäu Panorama Marathon, aber doch annähernd so zäh. Es ist eben doch was dran, dass ein Marathon bei KM 32 beginnt. Okay, bei mir wars KM 25, was das Ganze nicht einfacher machte.

Zehn Kilometer vor dem Ziel war mir dann auch schon klar, dass es mit einer Zeit unter drei Stunden nicht mehr klappen würde, und ich versuchte einfach, meinen Körper in Bewegung zu halten und nicht ins Gehtempo zu verfallen. Läufer, die ich zuvor überholt hatte, überholten mich. Größtenteils ältere, zähe und sicherlich marathonerfahrene Athleten. Das hielt ich mir zugute, dass ich eben gerade mal meinen zweiten Marathon lief – aber ernüchternd waren die Überholmanöver dann doch.

Ich kämpfte weiter und irgendwie brachte ich dann doch Kilometer für Kilometer hinter mich und lief in das legendäre Olympiastadion ein. Die letzten 300 m des Marathons. Es war ein atemberaubendes Gefühl auf dieser Schleife die letzten Meter zu absolvieren und allen Schmerzen getrotzt zu haben (Endzeit: 3:20 h). Auf dem Zielbanner stand „gschafft“. Ein Hammergefühl so ein Marathonfinish! Das bestätigte schließlich auch mein Cousin Patrick, der sehr viel leiden musste bei seinem ersten Marathon und daher sehr stolz sein kann.

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